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Veröffentlicht am Mittwoch, 22. Oktober 2008 12:17
Etwa 6000 Menschen in der Bochumer Innenstadt mussten am Montagnachmittag, den 20. Oktober 2008 ihre Wohnungen und Häuser räumen. Bochum erlebte damit die größte Evakuierungsmaßnahme der Nachkriegszeit. Der Grund war hochexplosiv: eine 10-Zentner-Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg. Ein Baggerfahrer war gegen 15.30 Uhr bei Ausschachtungsarbeiten in der Viktoriastraße auf den Blindgänger gestoßen.
Seitens der Polizei wurde das Gebiet im Umkreis von 500 Metern abgesperrt, der Luftraum über der Fundstelle zur Sperrzone erklärt.
Im Individual- und öffentlichen Nahverkehr kam es zu erheblichen Behinderungen und Verspätungen. Eine Bahnlinie der Deutschen Bahn musste komplett gesperrt werden.
Von den Evakuierungsmaßnahmen war auch ein Altenheim betroffen. Etwa 60 Bewohner mussten ihr Zuhause vorübergehend verlassen.
Geschäfte, Kneipen und Restaurants sperrten ihre Türen, im Schauspielhaus mussten zwei Vorstellungen abgesagt werden.
Gegen 23.00 Uhr war die Bombe entschärft und konnte sicher verladen und abtransportiert werden.
Um kurz vor Mitternacht kehrten die Menschen in ihre Wohnungen und Häuser zurück, die Straßen füllten sich wieder. Natürlich auch die Kneipen, in denen sich die Gäste viel zu erzählen hatten.